Vorsorge

Die Früherkennung von Krankheiten:
Darunter versteht man eine Vorsorgeuntersuchung, die den Zweck hat, eine urogenitale Erkrankung wie z.B. Prostata- oder Darmkrebs zu erkennen oder auszuschließen. Erkennt man eine Erkrankung im urogenitalen Bereich frühzeitig, so kann man sie in diesem frühen Stadium auch effektiver behandeln. Die Vorsorgeuntersuchung ist eine sehr wichtige Untersuchung, die bei jedem Mann ab dem 45. Lebensjahr einmal jährlich durchgeführt werden sollte.
Die Vorsorgeuntersuchung:
Sie beinhaltet die Anamnese, die klinische Untersuchung des Urogenitaltrakts (einschließlich der digitalen rektalen Untersuchung), die Ultraschalluntersuchung der Nieren und der Blase und die transrektale Ultraschalluntersuchung der Prostata. Dazu kommen einige Laboruntersuchungen welche einige Blutuntersuchungen beinhalten, wie z.B. ein kleines Blutbild, Leber- und Nierenfunktionstests, eine PSA-Bestimmung sowie eine Urinuntersuchung. Bei uns gehören auch noch die Urinflussmessung (Uroflow) und die Untersuchung auf Resturin in der Blase zum Untersuchungsprogramm dazu. Als letztes folgt dann noch die sehr wichtige Untersuchung auf okkultes (nicht sichtbares) Blut im Stuhl, der sogenannte Haemoccult-Test.
Die klinische Untersuchung:
Sie beinhaltet eine Untersuchung des Abdomens und der Genitalien. Die digitale rektale Untersuchung stellt die wichtigste, aber gleichzeitig die am wenigsten geschätzte Untersuchung dar. Sie gibt Auskunft über Größe und Beschaffenheit der Prostata. Die Beschaffenheit der Prostata ist ein wichtiger Hinweis auf mögliche Erkrankungen. Diese Untersuchung kann durch keine andere ersetzt werden.
Die Ultraschalluntersuchung:
Die Ultraschalluntersuchung der Nieren ist von großer Bedeutung, wenn es darum geht, eine bis dahin noch nicht nachgewiesene Erkrankung zu entdecken. Die Ultraschalluntersuchung der Blase kann Auskunft darüber geben, ob Restharnbildung oder eine andere krankhafte Veränderung der Blase vorliegt. Die transrektale Untersuchung dient der Einschätzung der Größe der Prostata und möglicher Gewebe- oder Kapselveränderungen, um so eine Krebs- oder andere Erkrankung ausschließen zu können.
Die Blase muss selbständig entleert werden können, das Volumen an Restharn darf maximal 50 ml betragen. Die Untersuchung auf Restharn kann auf eine vergrößerte Prostata oder andere Hindernisse unterhalb der Blase hinweisen, wie z.B. eine Verengung der Harnröhre. Beträgt das Restharnvolumen mehr als 50 ml, so kann man davon ausgehen, dass eine dieser Störungen vorliegt.
Die Laboruntersuchungen:
Die Blutuntersuchungen dienen dazu, den Allgemeinzustand des Patienten einzuschätzen. Ebenso geben sie Auskunft über Funktion von Leber und Niere. In der Urinuntersuchung zeigt sich, ob z.B. Kristalle (bei Steinbildung), sogenannte Besetzungen (bei Nierenerkrankungen), Bakterien (bei Infektionen) oder Blut (bei Verletzungen, Infektionen oder Krebserkrankungen) im Urin vorhanden sind.
PSA (prostataspezifisches Antigen):
Das prostataspezifische Antigen ist ein Komplexprotein, dass von der Prostata und zu einem kleinen Teil auch von den Samenblasen produziert wird. Es wird an Albumin gebunden transportiert, um seine Funktion nicht in einem zu großen Rahmen im Körper ausüben zu können. Der Normalwert im Serum beträgt zwischen 0.0 und 4.0 ng/dl. Bei einer Infektion ist er vorübergehend erhöht, ebenso wenn die Prostata vergrößert ist. Bei Prostatakrebs ist er dauerhaft erhöht. Das stellt dann eine wichtige Indikation für weitere Untersuchungen, wie z.B. eine Probeentnahme (Biopsie) dar, um so weitere histologische Untersuchungen durchführen zu können.
Die Verlaufsbeobachtung des PSA-Wertes gibt außerdem wichtige Hinweise darauf, ob eine eingeleitete Therapie bei Prostatakrebs erfolgreich ist. Es kann auch zu einer Überlappung von PSA-Werten kommen. Der Wert kann aufgrund einer Prostatavergrößerung erhöht sein ohne dass eine Krebserkrankung vorliegt. Die Beurteilung des PSA-Wertes muss deshalb zusammen mit anderen klinischen und sonographischen (Ultraschall) Untersuchungsergebnissen erfolgen, außerdem erfordert sie einen erfahrenen Urologen. Das freie PSA ist der nicht an Albumin gebundene Anteil des PSA. Nur dieser Anteil kann seine Wirkung im Körper entfalten. Das Verhältnis zwischen PSA und freiem PSA stellt einen wertvollen Indikator dar.
Uroflowmetrie:
Die Uroflowmetrie ist ein einfacher Test, der Auskunft über das Vorhandensein einer vergrößerten Prostata gibt. Bei dieser Untersuchung werden Geschwindigkeit des Harnflusses, sowie Druck- und Zeitkurven des Urins bestimmt.
Haemoccult-Test:
Der Haemoccult-Test ist eine Untersuchung auf Blutspuren im Stuhl. Fällt er positiv aus, d.h. im Test konnte Blut nachgewiesen werden, bedeutet das, dass innerhalb des Verdauungstraktes eine Blutungsquelle vorliegt. Anschließend müssen weitere Untersuchungen folgen, um ein Ulkus, einen Polyp, Krebs und andere Blutungsquellen, vor allem im unteren Verdauungstrakt auszuschließen. Vor der Durchführung des Haemoccult-Tests sollte außerdem das Vorhandensein von Hämorrhoiden ausgeschlossen werden.
Der Test verläuft folgendermaßen:
Ihnen werden drei schmale Briefumschläge mitgegeben.
In den nächsten drei Tagen sollten Sie kein Vitamin C und keine Zitrusfrüchte zu sich nehmen, ebenso keine Lebensmittel, die eines von beiden enthalten. Auch sollten Sie von nicht durchgebratenem Fleisch und von Blutwurst absehen. Sie können aber natürliche biologische Lebensmittel, Vollkost und Gemüse zu sich nehmen.
Sie sollten dann an den folgenden drei Tagen am frühen Morgen etwas Stuhl auf das markierte Areal des jeweiligen Umschlags geben. Verschließen Sie den Umschlag anschließend und notieren Sie Ihren Namen und das Datum darauf. Diesen Umschlag geben Sie dann bitte Ihrem Arzt. Jeder Umschlag hat zwei markierte Areale, A und B. Im Labor werden die betreffenden Areale dann mit einer chemischen Lösung behandelt. Sind im Stuhl rote Blutzellen oder Hämoglobin vorhanden, kommt es daraufhin zu einer Farbänderung des betreffenden Areals.
Zuletzt möchte ich Ihnen nochmals dringend ans Herz legen, einmal jährlich eine Vorsorgeuntersuchung bei Ihrem Urologen durchführen zu lassen, damit Sie sich einer langen Gesundheit erfreuen können. 

 

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