TESE (Testikuläre Spermien Extraktion)

Die Hoden sind für die Produktion der Spermien verantwortlich (Spermatogenese). Sie produzieren darüber hinaus auch das männliche Hormon Testosteron. Unter Azoospermie versteht man den Zustand der männlichen Unfruchtbarkeit, weil im Sperma keine Samen vorhanden sind. Die möglichen Ursachen hierfür sind entweder ein Verschluss der Samengänge, des Samenleiters (Ductus deferens) oder die mangelnde Produktion oder Ausreifung der Samen innerhalb des Hodengewebes. Die genaue Ursache hierfür lässt sich durch einen operativen Eingriff, während dem eine Gewebeprobe (Biopsie oder TESE), entnommen, eingefroren und histologisch untersucht wird, um das eventuelle Vorhandensein von Krebs ausschließen zu können.
In schweren Fällen oder in wiederkehrenden Fällen, ist microTESE zu empfehlen. Das ist eine Operation, in welcher das Mikroskop zu benutzen ist und ein Biologe zur Verfügung stehen muss, um die Spermien direkt im Gewebe zu suchen. Das sichert die Ergebnisse der Operation.
Patienten, deren Partnerinnen trotz zahlreicher Versuche innerhalb eines Jahres nicht schwanger wurden und in deren Sperma sich keine Samenzellen nachweisen lassen. Dies gilt unter der Voraussetzung, dass sich der Hormonstatus dieser Patienten im Normbereich befindet.

Hodenbiopsie (Testikuläre Spermien Extraktion „TESE“):

Hodenbiopsie

Der Patient liegt auf dem Rücken. Es erfolgt eine Injektion mit einem Lokalanästhetikum in der Umgebung des Samenleiters und der Hodengefäße in den Hodensack. Anschließend erfolgt ein kleiner Einschnitt in die Mitte des Hodensacks. Der Hoden wird dann freigelegt und über einen Einschnitt von 2 mm Länge geöffnet. Es werden etwa 3-5 Proben entnommen, die in einer speziellen Nährlösung aufbewahrt werden. Über denselben Einschnitt im Hodensack erfolgt anschließend eine Probenentnahme aus dem anderen Hoden. Danach wird die Wunde verschlossen und verbunden. Die Operation ist auch in allgemeiner Narkose durchführbar.

microTESE:

MicroTese

Der Patient liegt auf dem Rücken. Es erfolgt eine allgemeine Narkose. Anschließend erfolgt ein kleiner Einschnitt in die Mitte des Hodensacks. Der Hoden wird dann freigelegt und über einen Querschnitt geöffnet. Man sucht die spermienreichen Kanäle und entnimmt sie unter einem chirurgischen Mikroskop. Der Biologe gibt das Gewebe in eine bestimmte Lösung und sucht die Spermien raus. Er sucht so lange, bis er Spermien findet. Danach wird die Wunde verschlossen und verbunden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ):

Spermien entwickeln sich in den Hodenzellen. Die Biopsie wird mikroskopisch untersucht, um festzustellen, ob Spermien vorhanden sind, bzw. in welchem Entwicklungsstadium sie sich befinden. Das Ergebnis ist sehr wichtig, um eine Entscheidung treffen zu können, ob eine intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI), darunter versteht man die direkte Injektion von Spermien in das reife Ei der Frau, eine sinnvolle Therapie darstellen könnte.
Ja, wenn die Samenzellen sich in einem bestimmten Entwicklungsstadium befinden. Dann kann man eine Samenzelle isolieren und diese unter dem Mikroskop in die Eizelle der Frau injizieren.
Nein, denn die Funktion der Hoden bleibt unverändert und es ist nicht zu erwarten, dass es nach der Operation zur Entwicklung von Hodenkrebs kommt.
Nein, überhaupt nicht. Das Sexualleben, die Spermienproduktion und der Hormonhaushalt verändern sich durch die Operation nicht.
Für einen erfahrenen Operateur ist TESE eine einfache Operation. Sie beinhaltet keine speziellen Risiken. Die Komplikationen, die auftreten können, aber selten sind, sind dieselben, wie bei jedem kleinen operativen Eingriff am Hoden. Dazu gehören die Blutung, Infektion oder Wundheilungsstörungen.
Sie werden in Stickstoff eingefroren und dann für ICSI verwendet.
0 Likes
1996 Views

You may also like

Comments are closed.