Postoperative Betreuung

Ich danke meinen Kolleginnen und Kollegen sehr für die gute Zusammenarbeit und die tolle Nachbetreuung unserer gemeinsamen Patienten. Bitte führen Sie die geeigneten Maßnahmen dem aktuellen Zustand entsprechend und nach ärztlicher Anordnung durch. Sollten Sie den Wunsch haben, mich bezüglich eines chirurgischen Eingriffes zu konsultieren, wäre ich Ihnen sehr dankbar, wenn ich den Fall gemeinsam mit Ihnen mit Hilfe der aktuellen klinischen Situation, den Laborergebnissen und einer Web-Kamera oder anhand eines Fotos, dass Sie mir per E-Mail senden können, erörtern kann.

So lässt sich der Fall besser beurteilen und die gemeinsame Betreuung des Patienten optimieren. Ich wäre Ihnen auch für Kommentare und Vorschläge bezüglich eines besseren Services im Internet dem Patienten gegenüber dankbar.

Bitte werfen Sie auch einen Blick auf die präoperativen Anweisungen für den Patienten unter der Überschrift “Vorbereitung auf die Operation“. Gleichzeitig möchte ich Sie zwecks Zeitersparnis auf folgende Hinweise aufmerksam machen.

Die postoperative Nachsorge bei urologischen Operationen entspricht fast genau der bei anderen chirurgischen Operationen. Der Patient kann einen Katheter bekommen. Das kann ein Blasenkatheter, ein suprapubischer Katheter, ein Ureter-Katheter oder bei einer Nephrostomie auch ein Nierenkatheter sein. Unter bestimmten Umständen kann bei dem Patienten eine plastisch-rekonstruktive oder kosmetische Operation wie z.B. eine Versetzung des Penis durchgeführt worden sein. 
Ich möchte versuchen, die wichtigsten Punkte der Patientenbetreuung zusammenzufassen. 
Die wichtigste Entscheidung muss Ihrerseits auf Grund der Krankengeschichte, der aktuellen Beschwerden, des Allgemeinzustandes, des Untersuchungsbefundes, und der Laborbefunde nach einer Besprechung mit dem Stationsarzt oder mit mir getroffen werden.

Ich freue mich auf einen umfassenden Informationsaustausch und eine gute Zusammenarbeit zum Wohl des Patienten.

Allgemeines:

Bitte achten Sie auf Sterilität und benutzen Sie immer Handschuhe wenn Sie an Patienten arbeiten. 
Bitte nehmen Sie einen Springer zum Verbandwechsel mit um die Wunde neu zu desinfizieren und zu versorgen.

Der erste postoperative Tag ist besonders kritisch. Besondere Aufmerksamkeit gebührt dem Patienten und seinem Kreislauf, damit Komplikationen vermieden werden können.
•    Bitte transportieren Sie den Patienten mit äußerster Vorsicht und nur mit Hilfe ins Bett.
•    Achten Sie besonders darauf, dass der Wundverband trocken und nicht rot ist. Er sollte gut sitzen und geklebt sein.
•    Messen Sie den Blutdruck, Puls und die Temperatur und benachrichtigen Sie gegebenenfalls den Stationsarzt, Anästhesiearzt oder mich wenn Sie Abweichungen bemerken.
•    Halten Sie mit Ihrer Hand den Unterbauch des Patienten um sicher zu sein, dass der Bauch weich ist und der Patient normale Körpertemperatur und keine Bauchabwehr oder einen Blasenverhalt hat.
•    Vergewissern Sie sich, dass der Katheter richtig liegt und Flüssigkeit frei drainieren kann.
•    Achten Sie darauf, dass die Infusion richtig läuft und dass kein Paravasat auf der Kanüle vorhanden ist.
•    Beobachten Sie das Bewusstsein des Patienten und sein Gesicht. Er sollte bei Bewusstsein sein und sein Gesicht sollte weder allzu rot noch blass. Er sollte auf Kommando reagieren können.
•    Beobachten Sie den Atem. Der Patient sollte ruhig und regelmäßig atmen.
•    Bitte halten Sie den Patienten warm und achten Sie darauf, dass seine Schultern und Füße bedeckt bleiben.
•    Geben Sie dem Patienten nur Essen nur nach ärztlicher Anweisung und achten Sie darauf, dass sein Mund genug Speichel bilden kann.
•    Verabreichen Sie die vorgeschriebenen postoperativen Medikamente rechtzeitig.
•    Benachrichtigen Sie einen Arzt wenn Sie eine beunruhigende Abweichung bemerken.
•    Eine ideale Situation ist hergestellt wenn der Patient gut und schnell auf Kommandos reagiert, ruhig und regelmäßig atmet, sein Bauch warm und weich ist, seine Temperatur, sein Blutdruck und Puls normal sind, sein Katheter frei drainieren kann, der Verband gut sitzt und trocken ist, er keine Schmerzen hat, seine Infusion richtig läuft und sein Körper warm und zugedeckt ist. Dabei sollte das Zimmer nicht zu hell sein und es sollten keine Blumen für den ersten Tag und die erste Nacht darin abgestellt werden.
Übergeben Sie dann den Patienten mit einem Protokoll an die Station. 
Sollte die Operation ambulant gewesen sein, führen Sie die Verwandten des Patienten ans Bett und erklären Sie ihnen alles um Sie zu beruhigen. Helfen Sie dem Patienten danach beim Anziehen und begleiten Sie ihn gegebenenfalls zusammen mit seinen Verwandten bis zur Tür nachdem der Anästhesiearzt seine Entlassung angeordnet hat.

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