Phimose

Beschneidung
Eine enge Vorhaut ist eine normale Begleiterscheinung bei Neugeboren bis zu einem Jahr. Die Vorhaut sollte ab dem ersten Lebensjahr dann leicht zurückzuziehen sein. In der Kinderurologie wird die enge Vorhaut genau beschrieben und hat meistens physiologische Gründe.
Die Vorhaut (Präputium) ist eine doppelschichtige Haut, die die Eichel (Glans) des Penis bedeckt. Sie besteht aus zwei aufeinanderliegenden Hautschichten, der äußeren normal dicken (parietalen) und der inneren (viszeralen) dünneren Schicht. Die viszerale Oberfläche befindet sich in der Tiefe hinter der Eichel (Sulcus coronarius) und geht in die Haut über, die die Eichel bedeckt. Das Präputium ist genauso wie die Penishaut frei beweglich. Die Vorhaut beschreibt um die Eichel herum eine Aussackung. Der vordere innere Teil der Vorhaut ist mit dem unteren Teil der Eichel und der Harnröhrenöffnung verbunden. Auf dem Sulcus Coronarius befinden sich kleine Drüsen, die sogenannten Vorhautdrüsen, die das Smegma produzieren. Unter Smegma versteht man eine flüssigkeitsähnliche Absonderung, die die Vorhaut einfettet. Sie ist dickflüssig und weißlich-gelb.
Das Smegma kann sich entzünden und so zu einer akuten oder chronischen Entzündung führen. Besteht ein längerer Kontakt des entzündeten Smegmas mit der Eichel und kommt es dadurch zu einer chronischen Irritation der Vorhaut und/oder der Eichel, so kann dies zu Veränderungen führen, die die Entstehung von Krebs fördern und dadurch zur Entstehung von Peniskrebs führen können. Man vermutet diesen Zusammenhang, denn diese Art von Krebs tritt vorwiegend in Bevölkerungsgruppen auf, in denen eine Entfernung der Vorhaut nicht erfolgt.
Andererseits besteht aber auch die Ansicht, dass die Vorhaut ein ganz natürlicher Teil des Körpers ist, der die Eichel sowohl vor Verletzungen, als auch vor fortwährender sexueller Reizung schützt. Dadurch wird die sexuelle Empfindlichkeit der Eichel aufrecht erhalten. Folglich besteht die Ansicht, dass das Entfernen der Vorhaut zu einer unangenehmen andauernden Stimulation der Eichel führt, bzw. sie der Gefahr einer chronischen Verletzung ausgesetzt wird und darüber hinaus zu einem Sensitivitätsverlust und der daraus resultierenden Minderung der sexuellen Empfindungen führt.
Die Entfernung der Vorhaut (Zirkumzision) erfolgt aus verschiedenen Gründen. Hier wären religiöse (Moslems und Juden), kulturelle (in einigen Gebieten Südasiens), hygienische (USA) oder krankheitsbedingte Gründe zu nennen.
Der Hauptgrund zur Durchführung einer Zirkumzision besteht in einer Verengung (Phimose). Sie entsteht als Folge einer Anhäufung von Smegma in der Vorhauttasche und mangelnder Hygiene, die zu einer chronischen Irritation der Vorhaut und nachfolgend zur Bildung von Narbengewebe mit Verengung führt. Die Verengung führt zu Schwierigkeiten beim Zurückziehen der Vorhaut beim Urinieren, bei einer Erektion oder beim Reinigen der Vorhaut. Der Vorgang ist ein Teufelskreis. Im weiteren Verlauf kann es zum Auftreten von Rissen an der Hautoberfläche kommen und nachfolgend zu weiteren Infektionen, bis die Vorhaut so eng ist, dass sie gänzlich nicht mehr verschiebbar ist. Dieses Stadium ist äußerst schmerzhaft und eine Reinigung dann überaus schwierig. Es kann dann zur Entstehung eines Harnweginfekts oder in manchen Fällen auch zur Verengung der Harnröhrenöffnung oder Mitbeeinträchtigung des oberen Harntraktes kommen.
Männer, die nicht beschnitten sind, neigen eher dazu, chronische Entzündungen zu haben. Dies ist auch ein der Hauptgründe für die Übertragung von sexuellen Erkrankungen und für Peniskrebs.
Wodurch es zur Phimose kommt:

1.    Angeborene Neigung bis das Kind 1 Jahr alt ist.
2.    Kleine Verletzungen.
3.    Bakterielle Entzündungen.
4.    Mangel an Hygiene.
5.    Nach operativen Eingriffen im Genitalbereich.

Wie schütze ich mich vor einer Phimose?
1.    Beschneidung des Neugeboren.
2.    Persönliche Hygiene durch das Zurückziehen und Waschen der Vorhaut nach jeder Blasenentleerung.
3.    Verletzungen vermeiden bzw. rechtzeitig behandeln.
4.    Die Vorhaut mit Bepanthensalbe oder hautfreundlicher Creme zweimal täglich eincremen.
5.    Geschlechtskrankheiten vermeiden.
6.    Sich schnellstmöglich beschneiden lassen wenn eine Phimose vorhanden ist.
Die alarmierenden Symptome:
Eine enge Vorhaut rund um die Eichel, Schwierigkeiten beim Zurückziehen sowie Risse oder Verklebungen zwischen der Vorhaut und der Eichel und entzündeter, schlecht riechender Ausfluss.
Die verfügbaren Behandlungsmethoden:
Da gäbe es die komplette Beschneidung. Wenn der Patient allerdings wünscht, einen Teil seiner Vorhaut zu behalten, dann ist es auch möglich nur das kranke Areal zu entfernen und die Vorhaut operativ zu erweitern.
Die Operation ist für Patienten die unter enger Vorhaut leiden gedacht. Das Stadium der Erkrankung und die Psyche des Patienten sind wichtig bei der Entscheidung für eine Operation.
Die Erfahrung des Operateurs spielt eine wichtige Rolle, da die Operation das Aussehen des Penis beeinflusst. Daher ist eine gute Planung und die Wundversorgung für die Beschneidung von großer Bedeutung. Es stehen viele Operationsmethoden zur Verfügung, zwei davon am weitesten verbreitet. Die komplette Beschneidung wird aus kulturellen, hygienischen und religiösen Gründen vollzogen. Die Teilbeschneidung bzw. Vorhauterweiterung wird aus anderen Gründen durchgeführt.
Die Beschneidung ist zwar einfach, jedoch muss sie aus kosmetischen Gründen von einem Experten der Kinderurologie durchgeführt werden. Es ist eine ambulante Operation, die in manchen Fällen unter lokaler Betäubung durchgeführt werden kann.
Wichtiger Hinweis:
Die Beschneidung darf nicht durchgeführt werden, wenn das Neugeborene unter einer Fehlbildung der Harnröhre (Hypospadie) leidet.
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