Nach der Operation

Sie sind gerade operiert worden. Die durch Operation, Anästhesie und Medikamente bedingten Veränderungen der biochemischen Vorgänge in Ihrem Körper müssen sich nach diesem Ereignis erst einmal wieder auf ein Basisniveau zurück einpendeln. Dazu ist es notwendig Ruhe einzuhalten.
Der Patient sollte nicht...:
  1. …nach einer Operation die einen Katheter erfordert, an dem Katheter ziehen oder diesen unnötig bewegen. Bei Schmerzen wenden Sie sich bitte an das zuständige Pflegepersonal, welches Ihnen Schmerzmittel geben und all Ihre Fragen beantworten wird.
  2. …in den ersten 24 Stunden nach der Operation schwere Mahlzeiten zu sich nehmen, wie beispielsweise Milchprodukte, Nahrung mit hohem Fettgehalt oder Fleisch.
  3. …in den ersten 24 Stunden nach der Operation rauchen oder Alkohol trinken.
  4. …in den ersten 14 Tagen nach einem kosmetischen Eingriff Alkohol trinken oder rauchen. Das ist für die Wundheilung, besonders für die Heilung der Haut sehr wichtig. Alkohol und Rauchen vermindern die Hautdurchblutung um ca. 50 %, was die Heilung dementsprechend verzögert. Nehmen Sie Medikamente nicht in Kombination mit Alkohol ein.
  5. …in den ersten 24 Stunden nach der OP selbst fahren oder aktiv am Verkehr teilnehmen (Fahrrad, Auto) bzw. Maschinen betätigen.
  6. …in den ersten 24 Stunden nach der OP seinen beruflichen Verpflichtungen nachgehen oder wesentliche Entscheidungen treffen.
  7. …für die ersten 2 Wochen nach der Operation irgendwelche blutverdünnenden Medikamente einnehmen (Aspirin oder ähnliches).
  8. …sofort zu den verschriebenen Schmerzmitteln greifen, sondern nur dann, wenn deren Einnahme wirklich notwendig ist.
  9. …eigenständig zu Schmerzmitteln greifen, die nicht vom Arzt oder Chirurgen verschrieben wurden.
  10. …in den ersten 6 Wochen nach der OP Sport treiben wie z.B. Krafttraining, Schwimmen, Radfahren, Joggen oder Kontaktsportarten.
Der Patient sollte...
  • …mindestens 24 Stunden unter Beobachtung bleiben.
  • …anfangs nur leichte Mahlzeiten zu sich zu nehmen und das auch nur bei einem Hungergefühl. Geeignet hierfür sind z.B. Orangen-, Zitronenlimonade, Ginger Ale oder leichte Suppen. Nehmen Sie keine schweren Mahlzeiten zu sich und fragen Sie Ihren Ernährungsberater nach den geeigneten Lebensmitteln.

  • …beachten dass eine leichte Diät mit einem hohen Eiweißgehalt die Wundheilung günstig beeinflusst. Reichern Sie Ihre Ernährung mit flüssigen Eiweißkonzentraten und Kräuterzusätzen an. Das stabilisiert Ihr Immunsystem und schützt vor Infektionen.

  • …mindestens 8 Stunden schlafen, am besten in Rückenlage.

  • …nach Operationen am Penis für die Dauer von ca. 6 Wochen keinen Geschlechtsverkehr ausüben.

  • …sich bei Symptomen wie Übelkeit, Schwindel, ungewohntem physischen Befinden, Gefühlslosigkeit, Rötungen oder Spannungen im Bereich der Wunde, Auseinanderweichen der Wundnähte (teilweise oder ganz), Schwellung, Verfärbungen im Bereich der Haut (blaue Flecken), Appetitverlust oder Fieber unverzüglich an seinen Arzt wenden. Besprechen Sie jedes aufgetretene Problem oder jede Frage, die Sie haben, mit ihm.

  • …am Tag nach der Operation seinen Chirurgen aufsuchen, damit dieser die Wunde beurteilt und sie, wenn nötig, mit Hilfe eines Ultraschallgerätes untersucht.

  • …den Verband für die Dauer von 10 Tagen jeden zweiten Tag wechseln (lassen). Dies sollte folgendermaßen geschehen:
    • Die Haut mit Antiseptikum Spray Cutasept F (2-Propanol, Benzalkoniumchlorid) besprühen, danach 5 Minuten trocknen lassen.
    • Eine dünne Schicht Nebacetin Puder (Neomycin Sulfat, Bacitracin) auf die Wunde auftragen und mit einem trockenen und sterilen Wundverband abdecken.
      Die Verwendung von Tegaderm Wundverband wird am zweiten Tag nach der Operation empfohlen, weil er Ihnen das Duschen ermöglicht ohne dass die Wunde dabei feucht wird und darüber hinaus auch die Inspektion der Wunde zulässt.
    • Beim Verbandwechsel sollte der Patient die Wunde daraufhin untersuchen, ob die Wundestelle gerötet ist, nässt, oder ob die Nähte auseinanderweichen. Das kann, muss aber nicht, von Symptomen wie z.B. Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen oder Fieber begleitet sein.
      Sollte die Wunde, wie oben beschrieben, auffällig sein oder darüberhinaus noch die genannten Symptome auftreten, sollte es unverzüglich dem Chirurgen, Urologen oder Hausarzt mitgeteilt werden.
    • Nach 10 Tagen sollte der Patient nur noch eine Aloe Vera Salbe auf die Wundstelle auftragen, um eine Narbenbildung zu vermeiden und damit die Haut weich bleibt.
    • Es besteht keine Veranlassung, die Fäden zu entfernen, ich selbst verschließe die Haut so, dass die Nähte nicht sichtbar sind. Die einzigen Fäden, die ich benutze, sind feine intrakutane, synthetische und monofile Fäden. Sie tragen zu einer sanft verlaufenden Wundheilung bei, vermindern die Narbenbildung, bewirken keine Abstoßungsreaktionen und vermeiden Komplikationen, da sie resorbierbar sind.
    • Wenn bei Ihnen eine Operation zur Penisverlängerung durchgeführt wurde, dann müssen Sie sofort nach der Operation damit beginnen, eine Penisstreckung durchzuführen und zwar über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten täglich 2 bis 4 Stunden. In Zweifelsfällen wenden Sie sich bitte an mich, damit ich Sie diesbezüglich beraten kann.
    • Kontrolluntersuchungen sollten zur Verlaufsbeobachtung und Dokumentation der Ergebnisse nach 3, 6 und nach 12 Monaten stattfinden.
    • Achten Sie darauf, dass die Wunde trocken und sauber bleibt.

 

Eine Auswahl an Medikamenten, die nach der Operation verschrieben werden können:
  • Diclofenac (Diclofenac-Natrium) Retard 100 mg Tabletten, 1 Woche lang täglich abends vor dem Einschlafen eine Tablette
  • Vitamin C 500 mg Tabletten, dreimal täglich 1 Tablette für die Dauer von 4 Wochen
  • Vitamin E 800 IU Tabletten, täglich 1 Tablette
  • Tramadol (Tramadol-HCl) 0,5ml=50mg Tropfen, bei Bedarf 30 Tropfen mit etwas Wasser, maximal 150 Tropfen täglich
  • Antibiotika werden nur verschrieben, wenn dies wirklich notwendig ist und nur nach Austestung bzgl. des betreffenden Erregerspektrums (Antibiogramm).

Die vorbeugende Einnahme von Antibiotika kann in manchen Fällen wichtig und notwendig sein, um auf lange Sicht Infektionen mit resistenten Bakterienstämmen zu vermeiden (z.B. bei Operationen am Penis).

 

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