Hodenkarzinom, Hodenkrebs, die radikale Entfernung der Hoden

Hodenkrebs ist eine bösartige Erkrankung, die vor allem im jungen Erwachsenenalter auftritt. Er tritt als feste Struktur innerhalb des Hodensacks in Erscheinung und wird meist zufällig beim Baden, Duschen oder während einer urologischen Routineuntersuchung entdeckt. Er verursacht keine Schmerzen, nimmt aber innerhalb von Tagen oder Wochen erheblich an Größe zu. Der betroffene Hoden muss umgehend entfernt werden und vom anderen Hoden ist eine Gewebeprobe (Biopsie) zu entnehmen, die dann mikroskopisch untersucht wird. Je nach Zelltyp und Stadium der Erkrankung erfolgt eine unterschiedliche Behandlung. Die Zellen des Hodenkarzinoms sind entweder seminoma oder nicht seminoma. Sie produzieren Tumormarker wie alpha Fetoprotein (α-FP) oder beta human chorion Gonadotopine (β-HCG). Hodenkrebszellen können auch außerhalb den Hoden stammen. Sie werden dann durch Immunohistochemie entdeckt. Hoden, wie andere Organe, schütten Ihre Stoffwechelabfälle durch die Lymphgefässe zu Lymphknoten die sich rund um die großen Gefäße im retroperitonialen Raum befinden. Das ist der Raum hinter unseren Därmen. In dem Raum befinden sich auch die großen Venen und Arterien des Körpers, Nerven (sympathische und parasympathische) und Lymphknoten die als Filterstationen funktionieren. Die Entfernung diese Lymphknoten ist als retroperitoneale Lymphadenektomie zu bezeichnen. Dabei muss Acht gegeben und die Nerven erhalten werden, damit sie die Rückkehr des Samens in die Blase bei der Ejakulation (retrograde Ejakulation) vermeiden. Die Chemotherapiebehandlung hat hier auch eine bedeutende Rolle (Einhorn Zyklen). Die Behandlung ist zu 98% erfolgreich.

Behandlungsoptionen:

Dies wird durchgeführt um die Tumormasse zu reduzieren. Die weitere Behandlung ist vom Zelltyp abhängig.
Dies ist die Behandlungsoption wenn der Tumor in einem Hoden begrenzt bleibt und sich noch nicht im retroperitonealen Raum verbreitet hat.
Damit meint man die Entfernung von Lymphknoten rund um die großen Bauchgefäße. Dabei müssen die Nerven geschont werden um die retrograde Ejakulation zu vermeiden. Sie ist durch die offene Chirurgie oder Laparoskopie durchführbar.
Sie ist ein sehr erfolgreicher Zyklus aus einer Mischung aus verschiedenen Medikamenten. Sie wird als Infusion in die Vene über einen zentralen Katheter verabreicht. Davor muss der Patient Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen einnehmen. Die Heilungsrate liegt bei 89%. 3 Zyklen werden verabreicht. Manche Patienten benötigen jedoch mehr Zyklen.

Für wen kommt die Operation in Frage?

Für Patienten, bei denen eine ungewöhnliche und schmerzlose Verhärtung im Hoden festgestellt wurde. Dabei spielt die Größe der Veränderung keine Rolle.

Radikale Entfernung des Hodens:

Hodenkrebs

Die Operation erfolgt unter Vollnarkose. Im oberen Leistenbereich wird ein Einschnitt gemacht. Mit speziellen Tüchern wird der Bereich abgedeckt. Dann werden die Hodengefäße und der Samenstrang aufgesucht und freipräpariert. Anschließend werden diese Strukturen mit einer besonderen Klemme abgeklemmt und der betroffene Hoden entnommen, untersucht und an einer Stelle eingeschnitten, um durch eine Gewebeprobe eine schnelle pathologische Diagnose zu erhalten (Schnellschnitt). Stellt der Pathologe die Diagnose Hodenkrebs, dann wird der Hoden am Hodenstiel abgetrennt und entnommen. Liegt kein Tumor vor, wird die Klemme wieder gelöst und der Hoden zurück in seine ursprüngliche Lage gebracht. Anschließend wird die Operationswunde wieder sorgfältig verschlossen. Danach wird aus dem anderen Hoden eine kleine Gewebeprobe entnommen (Biopsie), um auszuschließen, dass sich dort ein sogenanntes Oberflächenkarzinom (Carcinoma in situ) gebildet haben könnte. Anschließend wird dort ebenfalls die Operationswunde Schicht für Schicht verschlossen.

Nervenschonende retroperitoneale Lymphadenektomie:

Lymphadenektomie

Der Patient liegt auf dem Rücken. Unterhalb des Brustraumes erfolgt ein Einschnitt, der bis zum Ende des Unterbauches fortgeführt wird. Dann wird das Bauchfell (Peritoneum) an der Vorderseite des Bauches geöffnet und die Darmschlingen werden geschützt durch feuchte warme Handtücher vorsichtig außerhalb des Körpers aufbewahrt. Die Leber wird ebenfalls durch ein feuchtes warmes Handtuch und einen breiten weichen Haken geschützt. Durch einen Einschnitt im Bereich des hinteren Peritoneums wird der Zugang zum Retroperitoneum erreicht. Anschließend werden dort Gefäße, Nerven und Lymphknoten inspiziert. Die Knoten (Ganglien) des sympathischen Nervenstranges (Grenzstrang) und die Beckennerven werden aufgesucht und gekennzeichnet. Dann wird das Gebiet, in dem die Lymphknoten entfernt werden sollen, in Abhängigkeit der betroffenen Seite gekennzeichnet und anschließend unter besonderer Berücksichtigung der Nerven und Gefäße dieses Gebietes entfernt. Es wird außerdem auf eine mögliche Blutung und auf die Lymphgefäße geachtet. Danach wird das Peritoneum auf der Rückseite des Bauchraumes wieder verschlossen und die Darmschlingen zurück in den Bauchraum gelegt. Nun wird noch das Peritoneum auf der Vorderseite des Bauchraumes verschlossen. Danach erfolgen der Wundverschluss und anschließend der Wundverband.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Nein, aber manche Personen haben ein erhöhtes Risiko, z. B. Personen, bei denen der Hoden nicht in den Hodensack gewandert ist (Leistenhoden, Bauchhoden) oder Personen mit einem sogenannten Gleithoden.
Nein, es gibt seltene Fälle, in denen Hodenkrebs nur außerhalb des Hodens vorkommt (extragonadal). Diese Form von Hodenkrebs kann mit Hilfe klinischer Erfahrung erkannt und durch die sogenannte Immunszintigraphie bestätigt werden.
Ja, es gibt bestimmte Tumormarker, die im Blut nachgewiesen werden können, nämlich das sogenannte Beta-Human-Chorio-Gonadotropin (ß-HCG) und das Alpha Feto Protein (a-FP).
Nein, Hodenkrebs tritt ohne Schmerzen auf. Er wird meist zufällig als eine dichte Verhärtung innerhalb der Hoden entdeckt.
Sie sollten diese Auffälligkeit unbedingt sofort ihrem Urologen mitteilen. Eine Operation sollte dann so schnell wie möglich erfolgen, am besten schon am darauffolgenden Tag.
Hier seien folgende Komplikationen genannt: Die Absiedlung von Krebszellen auf der Operationswunde, was durch eine spezielle Technik vermieden wird, eine Infektion, ein Hämatom (Bluterguss), und die Verletzung von benachbarten Strukturen.
Die spezielle Technik erfordert die Entfernung angrenzender Strukturen, einschließlich des Samenleiters (Ductus deferens), der Gefäße und der Faszie. Das sollte in weitem Abstand vom Hoden geschehen, in Höhe des inneren Rings des Leistenkanals nahe der Bauchwand. Das beschriebene Vorgehen erfolgt nach histologischer Bestätigung (Schnellschnitt) der Diagnose Hodenkrebs. Außerdem müssen noch vom anderen Hoden Proben (Biopsien) entnommen werden, um die Möglichkeit eines dort ebenfalls vorliegenden Karzinoms auszuschließen.
Nein, dies wird nur getan, wenn sie zu einem geringen Teil von Krebs befallen sind oder aus prophylaktischen Gründen, um deren Miteinbeziehung in die Erkrankung zu einem späteren Zeitpunkt zu verhindern. Es gibt die sogenannte „Wait and See“ Strategie (abwartende Kontrolle), die statistisch den wissenschaftlichen Nachweis erbracht hat, dass sie gegenüber der Entfernung der Lymphknoten als fast gleichwertig zu betrachten ist und darüber hinaus das Operationsrisiko vermeidet. Letztendlich hängt die Wahl der Therapie sehr vom individuellen Fall ab.
Eine normale Ejakulation ist anterograd, das heißt der Samen gelangt durch die Harnröhre nach außen. Dies geschieht, weil sich der Blasenhals während der Ejakulation schließt. Die Steuerung dieses Mechanismus geschieht über das sympathische Nervensystem, besonders über die sich im Retroperitoneum befindenden Fasern. Bei einer Verletzung dieser Fasern kann es zu einer Öffnung des Blasenhalses während der Ejakulation kommen. Das hat zur Folge, dass der Samen in die Blase gelangt und anschließend zusammen mit dem Urin entleert wird.
Die wichtigste ist die retrograde Ejakulation. Eine weitere mögliche Komplikation ist die Verletzung der Aorta oder der Vena cava. Die Verletzung dieser Gefäße ist zwar selten, sie sollte aber mit Hilfe moderner Methoden zum Verschluss von Gefäßen sofort behoben werden. Eine Verletzung des Darms, der Leber oder der Nerven ist unwahrscheinlich. Infektionen oder Wundheilungsstörungen sind ebenfalls unwahrscheinlich.
Es kann passieren, dass eines oder auch mehrere der winzigen Lymphgefäße beschädigt werden. Dabei tritt dann Lymphflüssigkeit aus. Sie sammelt sich an bestimmten Stellen und kann zu einer sogenannten Lymphozele führen. Durch kontrolliertes Abwarten und Kompression kann sie behandelt werden. Nur in seltenen Fällen ist es notwendig, die Flüssigkeit unter Ultraschallkontrolle abzusaugen.
Nein, aber sie stellt eine sehr gute Methode dar, das Risiko erheblich zu reduzieren. In den meisten Fällen bedeutet die Operation einen Schritt in Richtung komplette Heilung.
Die Heilungsrate liegt bei 98%. Dies ist besonders auf die hochentwickelte Chemotherapie zurückzuführen.
Sie benötigen zur Wundheilung und zur Stabilisierung ihres Gesundheitszustandes etwa 2 Wochen Erholung. Die Ausübung von leichter Arbeit ist dann etwa 6-8 Wochen nach der Operation wieder möglich.
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