Heilung

Heilung kann als
ein natürlicher Prozess gesehen werden, in dessen Verlauf der Körper Zellen erneuert, um das verletzte Gewebe wiederherzustellen. Dieser Prozess ist an einen Selbstverteidigungsmechanismus gekoppelt, der sowohl Bakterien bekämpft, als auch die Produktion von Substanzen fördert, die zur Wiederherstellung von Gewebe und zur Heilung benötigt werden. Ergänzungsstoffe unterstützen und fördern den Heilungsverlauf durch Optimierung der Funktionen des Immunsystems und der biologischen Abläufe innerhalb des Körpers.
Eine Verletzung stellt eine Störung der Unversehrtheit des Körpergewebes durch mechanische, chemische oder physikalische Ursachen dar. Mechanische Ursachen können durch eine Verletzung oder eine Operation bedingt sein. Als chemische Ursachen kommen z.B. Medikamente, ätzende Substanzen oder Gifte in Betracht. Physikalische Ursachen können z.B. Laserlicht oder durch Hitze bedingte Schäden sein. Eine Verletzung führt zu Störungen der biologischen Reaktionen des Körpers, die dann zu einer Schwächung oder gar zum Absterben von Zellen führen.
Unmittelbar nach einer Verletzung produziert der Körper Signalstoffe, wie Serotonin und Bradykinine, die sogenannten Transmitter, die Signale an das zentrale Nervensystem übermitteln, damit von dort aus geeignete Anpassungsreaktionen erfolgen können. Der Körper veranlasst daraufhin eine massive Aussendung von weißen Blutkörperchen, die die Bakterien und andere Mikroorganismen bekämpfen. Der Körper benötigt dazu mehr Flüssigkeit, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Eine gesteigerte biochemische Produktion führt zu maximaler Zellerneuerung im betroffenen Gebiet. Dieser Prozess verläuft allerdings langsam. Anfangs ist der Bereich mit mehr Flüssigkeit und einer erhöhten Salzkonzentration angereichert. Daraufhin lässt die Schwellung nach und bestimmte Zellen (die sogenannten Fibroblasten) lagern sich an der Oberfläche des geschädigten Gewebes an, um dieses vor weiteren Schäden zu schützen. Diese Zellen bilden später das Bindegewebe, dass ein Verschließen der Wunde ermöglicht. Es bilden sich noch neue Blutgefäße und Nerven aus, die so die Versorgung mit Nährstoffen und die Anbindung des neu entstandenen Gewebes an das Nervensystem ermöglichen. Die Oberfläche der Wunde glänzt anfangs, ist sehr dünn und empfindlich. Im Verlauf wird der Wundverschluss immer dichter und das neu entstandene Bindegewebe bildet sich zurück und die Narbenbildung ist somit abgeschlossen. Die Narbenbildung dauert etwa 6 Monate. In diesem Zeitraum wird sie immer unempfindlicher. Zu Beginn ist sie blassrosa und im Verlauf wird sie immer dunkler. Die oberflächlichen Zellen machen im Verlauf entsprechend des von der Verletzung betroffenen Bereichs ebenfalls eine Veränderung durch. Sie verändern sich zu Hautzellen, wenn das verletzte Gebiet Haut ist oder zu Schleimhautzellen, wenn z.B. Schleimhäute an bestimmten Organen von einer Verletzung betroffen waren.
Die primäre Heilung dauert ca. 6 Wochen und ist nach ca. 6 Monaten völlig abgeschlossen. Bei Operationen im Genitalbereich sollte in den ersten 6 Wochen nach der Operation kein Geschlechtsverkehr erfolgen. Unmittelbar nach der Operation kann die Wunde etwas oder auch stärker schmerzen und stark brennen. Außerdem ist sie leicht angeschwollen und druckempfindlich. Etwa 10-20% der Patienten haben in den ersten 2 Wochen nach der Operation mehr oder weniger starke Schmerzen, woraufhin eine des öfteren verzögerte Wundheilung folgt. In diesen Fällen steht der behandelnde Arzt in engem Kontakt mit dem Patienten, wenn dies notwendig ist. Vor allem bei Operationen am Penis kann es nach der Operation bei einigen Patienten zu Empfindungsstörungen kommen, diese sind aber nur von vorübergehender Dauer und verschwinden nach 2-3 Monaten, sobald die Schwellung dort zurückgegangen und der Heilungsprozess abgeschlossen ist. Anfangs ist die Narbe überempfindlich und blutet leicht, solange bis sie vollständig mit einer Zellschicht bedeckt ist. Die starke Empfindlichkeit der Narbe nimmt im Verlauf einiger Wochen ab, bis schließlich die Empfindlichkeit wieder völlig normal ist. Die Narbe ist für gewöhnlich blass, wird aber auf Grund von Melanin im Verlauf dunkler bis sie die gleiche Farbe wie die Haut hat, manchmal kann es aber auch vorkommen, dass sie etwas dunkler wird. Manche Narben sehen glänzend, rau oder rosa aus. Bei Berührung bluten sie leicht. Dieser Vorgang wird Granulation genannt und ist ein Zeichen einer gut funktionierenden Heilung. Er zeigt auch an, dass die Wunde nicht von Bakterien befallen ist.
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