Blasenkrebs

Blasenkrebs
Die stetige und noch nicht ganz abgeschlossene Entwicklung in den Bereichen Licht und Optik der physikalischen und biochemischen Wissenschaften zur Behandlung von Blasenkrebs konzentrierte sich in den letzten zehn Jahren sehr auf die Verwendung des Nd-YAG Lasers. Die Behandlung mit dem Laser stellt für die betroffenen Patienten eine sehr geeignete Methode zur Verbesserung der Lebensqualität dar. Das Blasenkarzinom ist eine Erkrankung die sich, auf Grund des Kontaktes der die Blase auskleidenden Schleimhaut mit körperschädigenden Substanzen, auf die Schleimhaut auswirkt. Das führt zu einer Überaktivierung der Zellen, die dann auf Kosten der umliegenden Zellen und auf Kosten des gesamten Körpers unkontrolliert wachsen. Anfangs geschieht das oberflächlich und langsam. Die Früherkennung dieses Wachstums auf zellulärer Ebene erlaubt dessen Begrenzung und Frühbehandlung mit einfachen Methoden, die darauf abzielen, eine bessere Lebensqualität zu erreichen und die Intervalle zwischen den einzelnen Behandlungen zu verlängern. Darüber hinaus soll so eine aggressivere Therapie möglichst vermieden werden. Das wird durch die Anwendung der photodynamischen Diagnostik erreicht. Das betroffene krebsartig veränderte Gewebe wird vor und nach dessen Entfernung mit dem Nd-YAG Laser koaguliert. Die Methode beruht auf einer vermehrten Anreicherung einer bestimmten Substanz (5-Amino-Laevulinsäure), die normalerweise während der zellinternen Aktivität (Metabolismus) gebildet wird. Wird diese Substanz von Licht einer bestimmten Wellenlänge (violettes Xenon Licht) stimuliert, dann emittiert sie Licht im roten Spektrum auf violetten Hintergrund und macht dadurch die sezernierenden Zellen trotz ihres nur geringen Vorhandenseins sichtbar. So wird eine sehr spezifische und akkurate Diagnose und Behandlung der Krankheit ermöglicht. Es ist möglich die Erkrankung durch die radikale Entfernung der Blase inklusive Lymphknotenexzision zu bekämpfen wenn der Tumor oberflächlich, jedoch rezidivierend oder lokal infiltrierend ist (Carzinoma in Situ „Cis“). Eine Ersatzblase aus dem Dünndarm ist dann eine Alternative. Das bedeutet den Aufbau eines neuen Speicherplatzes, welcher sowohl kontinent als auch inkontinent sein könnte. Das ist leider von Fall zu Fall unterschiedlich. Man spricht von einer Ilum-Blase (Dünndarmspeicher), Ilumkonduit (Dünndarmverbindung) oder Harnleiter-Dickdarm-Verbindung (der Urin wird dabei in den Dickdarm weitergeleitet). In fortgeschrittenen Fällen könnte man eine Radio- oder Chemotherapie anwenden.

Für welche Patienten sind diese Operationen durchführbar?
Patienten, bei denen der Verdacht auf ein Blasenkarzinom im Frühstadium auf Grund einer chronisch resistenten Blaseninfektion oder einer unklaren Blasenirritation besteht, können von diesem Eingriff profitieren. Werden bei einer mikroskopischen Untersuchung rote Blutkörperchen entdeckt oder ist Blut im Urin feststellbar, dann besteht eine Indikation zum Einsatz dieser Methode, da hierdurch das betroffene Gewebe koaguliert werden kann. Patienten, bei denen histologisch Krebs nachgewiesen wurde, profitieren ebenfalls von dieser Methode, da so das betroffene Gewebe ohne Blutverlust sehr akkurat und auch komplett entfernt werden kann. Auch garantiert diese Methode eine Abdichtung der Lymphgefäße am Boden des krebsartig veränderten Gewebes. Dies bewirkt, dass die Krebszellen nur schwer über die Lymphgefäße in entferntere Regionen gelangen können (Metastasierung).

FrüherkennungBlasenkrebs

Früherkennung Blasenkrebs

Blasenkrebs

Patienten, bei denen der Tumor auf die Muskulatur beschränkt ist oder Patienten mit rezidiven Tumoren oder Cis Tumoren.

Patienten, bei denen der Tumor nicht bis zum Blasenhals bwz. zur Harnröhre riecht, dürfen in den Genuss der Harnableitung durch die Harnröhre kommen. Falls der Tumor bereits die Harnröhre infiltriert hat, sollte die Ableitung über die Haut geschehen. In fortgeschrittenen Fällen leitet man den Harn über die Haut oder den Dickdarm ab.

RadikZystIle

Der Patient liegt auf dem Rücken. Unter Lokalanästhesie wird ein Katheter in die Blase eingeführt. Die Blase wird endoskopisch untersucht und das Krebsgewebe, welches mit Hilfe der photodynamischen Diagnostik genau bestimmt wird, wird der Laserenergie so lange ausgesetzt, bis es sich weislich verfärbt. Die weisliche Verfärbung zeigt an, dass das Gewebe blutleer ist. Das krebsartig veränderte Gewebe wird nun unter Anästhesie mit speziellen Endoskopiegeräten und unter Videokontrolle entfernt. Anschließend werden noch aus verschiedenen Bereichen Biopsien entnommen und zur weiteren histopathologischen Untersuchung eingesandt. Das betroffene Gebiet wird anschließend durchgehend mit dem Nd-YAG Laser behandelt, um so eine komplette Heilung des veränderten Körpergewebes, bzw. des betroffenen Gebietes zu erreichen. Der Eingriff dauert ca. 30-45 Minuten. Wenn es sich bei dem veränderten Gewebe nicht um eine Krebserkrankung im Anfangsstadium handelt, bzw. wenn das Resektionsgebiet groß ist, kann es möglicherweise notwendig sein, den Katheter für einen Tag im Körper zu lassen. Im Falle der „suspekten Blase“ führt man eine PDD Untersuchung durch. Die 5-Amino-Laevulinsäure (5-ALA) wird nun durch den Katheter in die Blase eingeflößt. Anschließend wird der Katheter wieder entfernt. Der Patient bleibt danach noch zwei weitere Stunden liegen, damit die Substanz auch mit allen Teilen der die Blase auskleidenden Schleimhaut in Kontakt treten kann. Anschließend wird der Patient zur Endoskopie gebracht, wo er sich erneut auf den Rücken legen muss. Die Blase wird untersucht und unter Anästhesie reseziert. Dies geschieht mit speziellen Endoskopiegeräten und unter Videokontrolle. Unter Lokalanästhesie werden kalte Biopsien entnommen und zur weiteren histopathologischen Untersuchung eingesandt. Das betroffene Gebiet wird anschließend durchgehend mit dem Nd-YAG Laser behandelt, um so eine komplette Heilung zu erreichen.

HarnableitungDer Patient liegt auf dem Bauch in allgemeiner Narkose. Die Wunde ist eine Unterbauchwunde vom Nabel bis zum Schamhügel. Lymphknoten werden entfernt und signiert. Die Blase wird entfernt. Ein bestimmter Teil des Dünndarms wird mit dessen Gefäßen so vorbereitet, dass man aus ihm eine neue Blase formen kann. Das Ende des Reservoirs wird an die Harnröhre angeschlossen. Der Harnleiter wird an die neue Blase angeschlossen.
Der Patient liegt auf dem Bauch in allgemeiner Narkose. Die Wunde ist eine Unterbauchwunde vom Nabel bis zum Schamhügel. Lymphknoten werden entfernt und signiert. Die Blase wird entfernt. Die Harnleiter werden direkt an den Dickdarm angeschlossen.
Rektumblase

Rektumblase

Der Patient liegt auf dem Bauch in allgemeiner Narkose. Die Wunde ist eine Unterbauchwunde vom Nabel bis zum Schamhügel. Lymphknoten werden entfernt und signiert. Die Blase wird entfernt. Der untere Teil des Dickdarms wird gesondert isoliert und geschlossen, wie ein Speicher in dem dann der Harnleiter angeschlossen wird. Der Rest des Dickdarms wird an die Haut angeschlossen (Kolostoma).

RadikZysto-2Der Patient liegt auf dem Bauch in allgemeiner Narkose. Die Wunde ist eine Unterbauchwunde vom Nabel bis zum Schamhügel. Lymphknoten werden entfernt und signiert. Die Blase wird entfernt. Der Harnleiter wird an die Haut angeschlossen.
ilium blase

Neue Blase

Eine Kontinente Ableitung erfolgt indem die Entleerung des Urins unter Kontrolle bleibt. Die Entleerung kann durch ein Harnventil (über die Harnröhre) oder durch einen Katheter geschehen. Inkontinente Ableitung bedeutet im Gegensatz dazu, dass der Urin unkontrollierbar ist und in einem Urinbeutel gesammelt werden muss.

Heilung

Der Eingriff ist sehr einfach und risikoarm. Er wird ambulant durchgeführt. Bei größeren Läsionen kann möglicherweise eine Übernachtung im Krankenhaus notwendig sein. Wegen der Genauigkeit der angewandten Methode und den Vorteilen der Laseranwendung verläuft die Heilung im Allgemeinen schonend. Der über den Katheter ablaufende Urin kann rosa gefärbt sein, was aber völlig normal ist. Manchmal kann es auch notwendig sein, die Blase über den Katheter ständig zu spülen, um dadurch der möglichen Bildung eines Blutgerinnsels und der Verstopfung des Katheters vorzubeugen.
Die Heilung dauert ca. 2 Wochen. Wundbetreuung, Rehabilitation und Physiotherapie sind danach von großer Bedeutung. Sie werden über Ihre neue Blase, darüber wie Sie (wenn notwendig) einen Katheter einsetzen, Ihren Urin kontrollieren und Ihren Urinbeutel wechseln unterrichtet. Es ist wichtig zu lernen wie Sie sich vor einer Entzündung schützen können und wie Sie sich ernähren sollten.
Wie kann man sich auf den Eingriff vorbereiten?
Häufig gestellte Fragen (FAQ):
Es ist eine Art aggressive Stoffwechselaktivität, die in den Zellen, die die Harnblase auskleiden, stattfindet. Diese Zellen beanspruchen die Energie des Organismus und befallen die Harnblasenwand und angrenzende Organe über das Blut, die Lymphbahnen und auch direkt, in dem sie die Funktion des betroffenen Gewebes verändern.
Es gibt ein oberflächliches, ein lokal invasives und ein fern invasives Stadium. Es ist unser Ziel, den Prozess in seinem frühen oberflächlichen Stadium zu erkennen und ihn zu stoppen oder die Zellen unter medizinischer und chirurgischer Kontrolle zu halten, um so die Lebensqualität zu verbessern oder aufrecht erhalten zu können.
Nein, es ist nur zeitaufwendig, garantiert aber die best mögliche Diagnose und die besten Ergebnisse.
Nein, das tut sie nicht. Sie ermöglicht nur die sehr genaue Entleerung des Bluts vom betroffenen Krebsbereich und dadurch die blutfreie Entfernung. Die Verödung der Tumorbasis führt zum Verschluss der Lymph- und Blutgefäße im betroffenen Bereich und verhindert so den weiteren Transport der Krebszellen durch die verödeten Gefäße.
Nein, das hat sie nicht. Sie ermöglicht die Zerstörung der Krebszellen so tief wie möglich innerhalb der Blasenwand, was durch konventionelle Methoden nicht möglich ist. Es ist wichtig, die Blase genügend tief zu resezieren, um den Grad der Erkrankung genau bestimmen zu können.
Wenn der Laser zu tief angesetzt wird, kann er den Darm verletzen, was aber durch die richtige Anwendung vermieden werden kann. Die Schrumpfblase ist eine Komplikation die durch die Applikation des Lasers in eine ausreichende Blasenkapazität vermieden werden kann.
Sie ist eine einfache und sichere Methode. Sie ermöglicht die Entfernung des Krebsgewebes bei minimalem Blutverlust. Sie verschließt lokal die Metastasierungswege. Die Operation ist kurz, und die Risiken sind minimal.
Nein, das kann sie nicht. Sie stellt die oberflächliche Metastase und ihren Verlauf dar. Es ist wichtig, die Blase tief zu resezieren um den Tumor erreichen zu können.
Die Komplikationen zu denen es kommen kann sind: Blutung, Entzündung, Lymphzyste, Inkontinenz, Elektrolytenverschiebung, Dickdarmverletzung, Dünndarmverletzung, Dünndarmverschluss (Fistula), peritoneale Entzündung, Verschiebung des Blutgas oder Nervenverletzung.
Das ist von Typ und Position des Tumors abhängig. Wenn er bis in die Harnröhre reicht, könnte man über eine kontinente Harnableitung über die Haut diskutieren.
Nein. Wenn er richtig und sauber eingesetzt wird, kommt eine Entzündung selten vor.
Verschiebung der säurealkalischen Atmosphäre des Blutes, klein Speicherplatz und in manchen Fällen die Harninkontinenz durch den After.
Es ist empfehlenswert ein Rehabilitationszentrum zu besuchen und eine Physiotherapie zu machen.
Hygiene ist sehr wichtig. Bitte benutzen Sie sterile saubere Katheter und Harnbeutel. Benutzen Sie normale Hautcreme für Ihre Haut und besonders um die Stoma herum. Kontaktieren Sie Ihren Arzt wenn Sie Änderungen im Harn oder Hautveränderungen um die Stoma herum beobachten.
Das ist sehr vom Stadium des Tumors abhängig und davon ob schon Lymphknoten miteingeschlossen sind.
Zu einem bestimmten Grad ist es in manchen Fällen sinvoll.
Haarausfall, Übelkeit, Anämie, Blasenirritation und in einigen Fällen Herzmuskelbeteiligung.
Ja, jedoch ist dies nur bei einem bestimmten Tumorentyp sinnvoll.
Irritation des Afters, Entzündungen, sogenannte kleine Schrumpfblase, erhöte Entleerungsfrequenz.
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